Mit sechs Wochen Vorsprung hat die Wärmeversorgung Offenburg GmbH & Co. KG die rund 350 Meter lange Baustelle im Südring Ende Februar 2026 erfolgreich abgeschlossen. Zwischen dem Kreisverkehr am Kreisschulzentrum und dem Kreisverkehr bei der Hochschule Offenburg ist eine zentrale Fernwärmetrasse entstanden, die künftig die südliche Hauptachse zwischen Ost- und Weststadt verbindet. Damit können weitere Stadtquartiere an das klimafreundliche Fernwärmenetz angeschlossen werden.
„Für uns ist diese Baustelle in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahme“, erklärt Noah Faller, Projektleiter der Wärmeversorgung Offenburg. „Innerhalb von nur sechs Wochen konnten wir über 350 Meter Fernwärmeleitungen in einer stark frequentierten Hauptverkehrsstraße verlegen. Üblicherweise liegen die Baufortschritte bei vergleichbaren Maßnahmen bei etwa 80 bis 100 Metern pro Monat.“
Ein wesentlicher Beschleunigungsfaktor war der Einsatz von Flüssigboden – einem innovativen Verfahren, das direkt aus dem auf der Baustelle ausgehobenen Boden hergestellt wird. Der Vorteil: Nach Verlegung der Leitungen kann der Aushubboden sofort wieder eingebaut werden. Der Aushub muss weder entsorgt noch durch neue Rohstoffe ersetzt werden. Gleichzeitig entfällt der Transport großer Mengen Sand oder Kies. Die Bauweise folgt damit konsequent dem Prinzip einer regionalen und geschlossenen Kreislaufwirtschaft. „Durch die Wiederverwendung des vorhandenen Bodens konnten wir Transporte, Rohstoffabbau und Baustellenlogistik deutlich reduzieren“, erläutert Faller. „Damit sinken nicht nur Kosten und Bauzeit, sondern auch erheblich die CO₂-Emissionen.“
Ein weiterer Vorteil liegt in der technischen Qualität der Verfüllung: Flüssigboden umschließt die Fernwärmerohre vollständig und ohne Hohlräume. Dadurch werden Setzungen reduziert, die Leitungen dauerhaft geschützt und ihre Lebensdauer verlängert. Auch die Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen trug maßgeblich zum Projekterfolg bei. Die Firma Klumpp übernahm den Rohrbau. Für Tiefbauarbeiten zeichnete die Firma Lorenz Burgert verantwortlich und arbeitete mit der Aufbereitungsanlage der Firma B-A-O zum Herstellen von Flüssigboden zusammen. Durch eine enge Abstimmung und lösungsorientierte Zusammenarbeit konnte der ambitionierte Zeitplan deutlich unterschritten werden.