Fernwärme steht für Effizienz, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Das haben die Stadt Offenburg, das Elektrizitätswerk Mittelbaden und die Wärmeversorgung Offenburg (WVO) beim Fernwärmeinfotag am 13. Juli im Paul-Gerhardt-Werk deutlich gemacht. „Die Fernwärme ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung unserer Klimaschutzziele“, so Bürgermeister Oliver Martini. Bis ins Jahr 2030 oder noch davor soll mindestens 17 Prozent des Offenburger Wärmebedarfs durch die Versorgung mit Fernwärme gedeckt sein. Wo und wann das Netz ausgebaut wird, hat Christian Linz vom E-Werk Mittelbaden Anwohnern und interessierten Zuhörern dargelegt. Die WVO ist ein Unternehmen der Stadt Offenburg (51 %) und des E-Werk Mittelbaden (49 %). Das Langzeitprojekt Fernwärme ist Teil der „Wärmewende“ in Offenburg. Es hat den Klimaschutz im Blick und gibt den Wärmekunden Planungssicherheit. Beim Fernwärmeinfotag wurde mehr als 100 Gästen in Vorträgen und Führungen gezeigt, wie die Wärme zu ihnen kommt und welche Vorteile sie als Nutzer haben. Mit der Fernwärme-Hausübergabestation daheim sind sie ans Netz angeschlossen und nutzen effizient gewonnene Wärme.

Das Paul-Gerhardt-Werk ist bereits Nutzer der klimafreundlichen Offenburger Fernwärme. Im Keller steht das Blockheizkraftwerk der WVO, das Strom für das Stromnetz und Wärme für die Senioren- und Reha-Einrichtung erzeugt. Das benachbarte Ortenau Klinikum und die angrenzenden Schwesternwohnheime und Seniorenwohnungen werden ebenfalls versorgt. Projektleiter Christian Linz führte in fünf Gruppen durch die Kellerräume des Kraftwerks und erklärte die technischen Vorgänge. Das gasbetriebene Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert Strom, der ins Stromnetz eingespeist wird. Das Fernwärmenetz nutzt die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme. So erreicht das BHKW einen Wirkungsgrad von mehr als 96 Prozent – der liegt mehr als doppelt so hoch wie bei einem Kohlekraftwerk und immer noch 36 Prozentpunkte höher als bei einem gängigen Gas- und Dampfkraftwerk. An das Fernwärmenetz, für das das Blockheizkraftwerk Wärme produziert, wird derzeit die Louis-Pasteur-Straße und nächstes Jahr die Albert-Schweitzer-Straße angeschlossen. Die Verbindung von der Louis-Pasteur-Straße über die Moltkestraße und Prinz-Eugen-Straße bis zum Alten Ausbesserungswerk wird folgen. Vom bestehenden Ankerpunkt Mühlbachareal und dem dortigen Kraftwerk der Burda Druck GmbH führen Bauarbeiten das Fernwärmenetz  ab den Sommerferien weiter über die Gaswerkstraße, Seestraße und Okenstraße bis in die Gustav-Ree-Anlage. Vom bestehenden Fernwärmenetz im Kreuzschlag mit dem Blockheizkraftwerk in der Schutterwälder Straße ausgehend werden derzeit die Fernwärmeleitungen verlegt, die den Anschluss der Eichendorff-Schule möglich machen. Für 2022 ist der Anschluss des jetzigen Burda-Sportgeländes vorgesehen. Auch in der Konrad-Adenauer-Schule betreibt die WVO ein Wärmenetz. „In Zukunft hoffen wir die einzelnen Fernwärmenetze zusammen schließen zu können“, sagte WVO-Geschäftsführer Martin Wenz.

Nach dem offiziellen Teil stellten einige Interessierte weitere Fragen an die Verantwortlichen. Thorsten Manthey steht bei allen Fragen für Ihren Fernwärmeanschluss zur Verfügung. Sie erreichen ihn unter der 07821 280-206. Vonseiten des kommunalen Unternehmens WVO gibt Stefan Böhler Auskunft zum Fernwärmeausbau in Offenburg – Tel.: 07821 280-115, E-Mail: Boehler.Stefan@e-werk-mittelbaden.de.